Peter Nestler

Der SV Rot-Weiß Werdau ist ein deutscher Mehrspartenverein aus Werdau im Landkreis Zwickau, ...

FDGB-Pokal

Im DDR-Pokalwettbewerb (FDGB-Pokal) konnte die BSG vor allem in den 1970er Jahren für einige Überraschungen sorgen. In der Saison 1976/77 kamen die Werdauer nach einem 3:1-Sieg über den Oberligisten Wismut Aue bis in das Achtelfinale (3:5, 3:3 gegen den Halleschen FC Chemie). Ein Jahr später konnten die Westsachsen nach Siegen gegen den 1. FC Union Berlin (3:1) und den FC Karl-Marx-Stadt (1:0, 3:2) bis in das Viertelfinale vordringen. Dort unterlag Motor Werdau gegen Dynamo Dresden mit 1:5 und 0:3. Auch 1986 traf Motor Werdau diesmal als drittklassiger Bezirksligist noch einmal im Pokal auf Dynamo, unterlag aber diesmal deutlich in der 1. Runde mit 0:10.

Namhafte Fußballspieler

Zahlreiche Fußballspieler kamen vor oder nach ihrer Zeit in Werdau zu Einsätzen in der höchsten DDR-Spielklasse Oberliga, mit Jürgen Bähringer auch in der DDR-Nationalmannschaft:

Name in Werdau von / nach Oberligaspiele
Peter Nestler 1973 - 1982 1974/79 bei Sachsenring Zwickau 94

FDGB-Pokal 1974/75

In der Saison 1974/75 wurde der 24. Wettbewerb um den FDGB-Fußballpokal ausgetragen.

Am Pokalwettbewerb 1974/75 nahmen 89 Mannschaften teil. Nach einer Qualifikationsrunde, in der sechs DDR-Ligisten (zweithöchste Fußballklasse) gegeneinander antraten, wurde die erste Hauptrunde mit 55 Teams der DDR-Liga aus der Saison 1973/4, den beiden Absteigern aus der Oberliga (höchste Fußballklasse) und den 15 Bezirkspokalsiegern von 1973/74 durchgeführt.

Bereits vor dem Achtelfinale waren alle Bezirkspokalsieger ausgeschieden, mit dem 1. FC Union Berlin und Motor Nordhausen hatten nur noch zwei DDR-Ligisten die Runde der letzten 16 erreicht. Dagegen waren alle Oberliga-Mannschaften noch im Wettbewerb. Wie in den beiden Jahren zuvor, wurden vom Achtel- bis zum Halbfinale wieder Hin- und Rückspiele ausgetragen. Daran scheiterten im Achtelfinale die beiden Liga-Vertreter.

Im Halbfinale trafen die letztjährigen Pokalfinalisten Dynamo Dresden und der FC Carl Zeiss Jena aufeinander. Mit 3:1 und 0:1 zogen die Dresdner erneut in das Finale ein, wo sie auf die BSG Sachsenring Zwickau trafen. Das Finale fand erstmals seit 1950 wieder im Ost-Berliner Stadion der Weltjugend statt, das auch für die künftigen Endspiele bestimmt worden war. Ebenfalls zum ersten Mal wurde ein FDGB-Pokalfinale durch ein Elfmeterschießen entschieden.

Achtelfinale

SG Dynamo Dresden 1. FC Magdeburg 3:3, 1:0
Berliner FC Dynamo BSG Sachsenring Zwickau 2:3, 2:4

Viertelfinale

SG Dynamo Dresden - BSG Stahl Riesa 2:0, 2:1
ASG Vorwärts Stralsund - BSG Sachsenring Zwickau 1:1, 2:4

Halbfinale 15. und 22. März 1975

SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 3:1, 0:1
BSG Sachsenring Zwickau - BSG Wismut Aue 1:0, 1:2

Finale

Statistik

Paarung BSG Sachsenring Zwickau SG Dynamo Dresden
Ergebnis 1:1 n.V., 4:3 nach Elfmeterschießen
Datum 14. Mai 1975
Stadion Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin
Zuschauer 55.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Ost-Berlin)
Tore 0:1 Heidler (65.), 1:1 J. Schykowski (73.), 1:2 Richter (110.), 2:2 Nestler (119.)
Elfmeterschießen: 0:1 Wätzlich, 1:1 Dietzsch, Weber - gehalten, Blank - gehalten, 1:2 Geyer, 2:2 Bräutigam, Dörner - gehalten, 3:2 H. Schykowski, 3:3 Kotte, 4:3 Croy
BSG Sachsenring Zwickau Jürgen Croy Hans Schykowski Roland Stemmler, Peter Henschel (74. Dieter Schubert), Joachim Schykowski Dieter Leuschner (11. Andreas Reichelt), Heinz Dietzsch, Michael Braun Ludwig Blank, Werner Bräutigam, Peter Nestler
Trainer: Karl-Heinz Kluge
SG Dynamo Dresden Claus Boden Hans-Jürgen Dörner Gerd Weber, Udo Schmuck, Siegmar Wätzlich Reinhard Häfner, Eduard Geyer, Frank Ganzera Dieter Riedel, Peter Kotte, Gert Heidler (80. Frank Richter)
Trainer: Walter Fritzsch


Spielverlauf [Bearbeiten]

In das sächsische Pokalderby ging Dynamo Dresden als klarer Favorit. Die Ostsachsen hatte die zurückliegende Oberligasaison als Dritter abgeschlossen und boten mit Dörner, Wätzlich und Häfner drei aktuelle Nationalspieler auf. Sachsenring Zwickau hatte lediglich Rang 7 erreicht und nur Torwart Jürgen Croy als Nationalspieler in seinen Reihen. Vor der Endspiel-Rekordkulisse von 55.000 Zuschauern kamen die Dresdner jedoch mit ihrer Favoritenrolle von Anfang an nicht zurecht. Die namhafte Mittelfeldreihe mit Häfner, Geyer und Ganzera fand nicht den gewohnten Spielrhythmus, vielmehr prägte Nervosität das Spiel der Dynamos. Andererseits gelang es den Zwickauern nicht, trotz allem Engagements den Gegner unter Druck zu setzen. Sie hatten zudem das Pech, dass ihr Mittelfeldspieler Leuschner bereits in der 11. Minute verletzt ausscheiden musste. Als Heidler in der 65. Minute dann doch den Führungstreffer für Dresden erzielte, schien die Begegnung den erwarteten Verlauf zu nehmen. Aber schon acht Minute später antworteten die Westsachsen mit dem Ausgleich durch ihren Torschützen vom Dienst Joachim Schykowski. Da bis zur 90. Minute keine der Mannschaften die Entscheidung erzwingen konnte, ging das Endspiel in die Verlängerung. Zehn Minuten vor deren Ende gingen die Dresdner erneut durch den in der 80. Minute eingewechselten Richter in Führung, doch unmittelbar vor dem Schlusspfiff konnte der Zwickauer Linksaußen Nestler mit dem 2:2 die drohende Niederlage abwenden. Damit kam es zum ersten Mal in der DDR-Pokalgeschichte zu einem Elfmeterschießen. In dieser Situation wurde Zwickaus Torwart Croy zum Held des Tages. Zunächst hielt er die Schüsse von Weber und Dörner, ehe er den letzten Elfmeter zum 4:3-Endstand verwandelte.

Vereinsgeschichte des FSV Zwickau e.V. PDF
Geschrieben von Ralf   
Die Geschichte des FSV Zwickau beginnt 1912 in Planitz, heute ein Stadtteil von Zwickau. Dort wurde in diesem Jahr der PLANITZER SPORTCLUB gegründet, welcher 1945 aufgelöst wurde. Aus diesem Verein ging die SG PLANITZ hervor, dessen Ligamannschaft am 15.3.49 nach Zwickau "delegiert" wurde. Daraufhin wurde dort die ZSG HORCH gegründet. Der Verein gehörte von seiner Gründung bis zur Saison 1982/83 ununterbrochen der höchsten Spielklasse in der DDR, der Oberliga, an. Ab der Spielzeit 1950/51 hieß er BSG MOTOR Zwickau, bis er 1967 in BSG SACHSENRING Zwickau umbenannt wurde. Am 1.1.1991 erfolgte dann die letzte Umbenennung in FSV Zwickau.
Seinen größten Erfolg feierte der westsächsische Traditionsclub 1975/76 durch das Erreichen des Halbfinales des Europapokals der Pokalsieger. Man setzte sich gegen Panathinaikos Athen (0:0, 2: 0), den AC Florenz (0:1, 1:0/6:5 n.E.) und Celtic Glasgow (1:1, 1:0) durch, bevor man am späteren Cup-Gewinner RSC Anderlecht (0:3, 0:2) scheiterte.
Schon in den Sechzigern hatte Motor Zwickau zweimal am Pokalsiegercup teilgenommen. 1963/64 reichte es nur zur ersten Runde (MTK Budapest, 0:2, 1:0), genau so wie 1967/68 (Torpedo Moskau, 0:0, 0:1).
Horch Zwickau wurde 1948 unter Trainer Erich Dietel 1. Ostzonenmeister.
Pokalsieger wurden die Zwickauer in der DDR 3 Mal:
1954 erreichte Motor Zwickau das Pokalfinale gegen den ZSK Vorwärts Berlin, unterlag dort aber knapp mit 1:2 (1:1)
1963 wurde am 1. Mai im Leninstadion zu Altenburg Chemie Zeitz mit 3:0 bezwungen. Über die Stationen Motor Dessau (5:0), SC Potsdam (8:2), SC Empor Rostock (4:0) und SC Chemie Halle (2:2 n.V./3:0) hatte die Mannschaft von Trainer Karl Dittes das Finale erreicht.
1967 holt das Team um Alois Glaubitz, Jürgen Croy und Hartmut Rentzsch in Brandenburg am 30. April durch ein 3:0 gegen den FC Hansa Rostock erneut den FDGB-Pokal. Über die Stationen Motor Steinach (1:0), 1.FC Lok Leipzig (0:0 n.V./3:0), FC Rot-Weiss Erfurt (2:0) und HFC Chemie (2:0) hatte die Mannschaft von Trainer Horst Oettler das Finale erreicht.
1975 dann der größte Coup im Pokal. In einem an Spannung und Dramatik nicht zu übertreffenden Finale wird am 14. Juni im Berliner Stadion der Weltjugend vor 60 000 Zuschauern die SG Dynamo Dresden (u.a. mit Geyer, Dörner, Kotte, Riedel, Häfner) niedergekämpft. Nach 120 Minuten stand es 2:2. Erst kurz vor dem Ende der Verlängerung hatte Peter Nestler den Ausgleich für die BSG Sachsenring erzielt. Im Elfmeterschießen hält Jürgen Croy die Schüsse von Weber und Dörner, bevor er um 16:35 Uhr den entscheidenden Elfmeter verwandelt, Boden zu Boden schickt und damit die Sensation perfekt macht. Karl-Heinz Kluge hieß der Erfolgstrainer, für Peter Henschel ist es der dritte Pokalsieg als Spieler mit Zwickau, Alois Glaubitz ist diesmal als Mannschaftsleiter wieder mit dabei.

1977/1978 14. Spieltag: BSG Sachsenring Zwickau - FC Carl Zeiss Jena 2:0
Tore
  • 1:0 Bräutigam (9.)
  • 2:0 Nestler (87.)
1977/1978 14. Spieltag: BSG Sachsenring Zwickau - FC Carl Zeiss Jena 2:01977/1978 14. Spieltag: BSG Sachsenring Zwickau - FC Carl Zeiss Jena 2:0BSG Greika Greiz - 1973-1988

Greiz im südlichen Zipfel Thüringens wird auch Perle des Vogtlands genannt. Große Fußballzeiten auf dem legendären Tempelwald liegen allerdings lange zurück. Dort spielte nach dem Bau ab 1932 schon der am 12. Mai 1920 gegründete 1. FC Greiz, der als Osterländer Gaumeister 1930 sogar um die Deutsche Meisterschaft spielte. Nach dem 2. Weltkrieg Namenswechsel in SG Greiz-Mitte (1949), BSG Vorwärts (1950), Einheit (1951), Chemie (1955) und 1960 in BSG Fortschritt, die 1962 kurz in die II. DDR-Liga (3. Liga) aufstieg. Die Nationalspieler Konrad Weise (bis 1966/86 A), Rainer Schlutter (bis 1963/5 A) und Jürgen Bähringer (bis 1973/1 A) fingen dort an. 1971 Aufstieg in die DDR-Liga (2. Liga), aber sofortiger Abstieg. Ab 1973 als BSG Greika Greiz 1978 und 1983 Bezirksliga-Zweiter, 1988 wie Lokalrivale BSG Chemie Abstieg aus der  Bezirksliga Gera (3. Liga der DDR), doch gemeinsam als ISG Greiz Wiederaufstieg mit EC-Held Peter Nestler (Zwickau) und später Jürgen Bähringer (FC Karl-Marx-Stadt) der im Landesklasse-Abstiegsjahr 2005/06 56-jährig (!) nochmals aushalf. 1. FC Greiz heißt der Verein seit dem 30. September 1994 wieder, als der 1990 gegründete FC Greiz sich unbenannte. 1991-1997 Thüringenliga (5. Liga), 1997-2006 als 1. FC/Chemie Landesklasse, seit 2006 Bezirksliga (7. Liga).

Peter Nestler kam 1984 über Werdau und Gera nach 94 Oberligaspielen von Sachsenring Zwickau.