2022 Eigenbewertung
aus Schriftwechsel mit einem Hamburger Freund E...

Von: ProfWBC@Blankenforth.de <ProfWBC@Blankenforth.de>
Gesendet: Montag, 24. Januar 2022 17:14
An: 'E
Cc: ...
Betreff: AW: Gutenberg und Co.

Vorweg:

  1. Danke für deine Reaktion!

 

  1. Da wir beide ähnlich universitär geprägt sind, habe ich eine realistisch Einschätzung deines Werdens? - mit Hochachtung!

 

3. Ich halte nicht viel von meinem (nachstehenden) Ansinnen (nur ~ 70 % passables Denken)!.

Unter dem Gesichtspunkt: DENNOCH ...!

 

 

E: in der Tat hab ich bei drei "Gutenberg-Jüngern" studiert. In Saarbrücken bis zum Vordiplom war ich schon bei Wolfgang Kilger,

Bücher und Lehre von Kilger habe ich sehr geschätzt (offenbare hab ich seine Bücher etwa 2010 bereits entsorgt? Schade! Es ist meine Lernausrichtung.)

 

E:  natürlich auch bei Günter Wöhe (wohl kein Gutenberg-Schüler), der aus seinem Buch vorlas.

Günter Wöhe und Erich Schneider / Volkswirtschaftslehre sind für mich zum Lesen die gescheitesten Fachbücher: sehr klar und verständlich geschrieben! (Ich hörte allerdings über Wöhes dröge und undynamischen Veranstaltungen.)

 

E: Und Statistik studierte ich dort bei dem ebenso legendären Günter Menges.

Ich bei in Göttingen bei Prof. Stenger. Da ich an der Uni ein Zweier-Kandidat war, lehrte ich an der FH Statistik – bin aber dieser halben wegen meiner Fraglichkeit sehr BESCHÄMT!

 

E: Und in Hamburg zum Hauptstudium war ich dann Jacob-Schüler (in Industriebetriebslehre und Operations Research), viele Seminare besuchte ich bei seinem später vielleicht noch berühmteren Assistenten August-Wilhelm Scheer. Und dann war auch noch der jüngste "Gutenberg-Jünger" Horst Seelbach mein Lehrer (in Allgemeine BWL und Verkehrsbetriebslehre).

Industriebetriebslehre und Operations Research waren u.a. auch meine Hauptfächer (besonders noch Investitionstheorie und Produktions- und Kostentheorie).

Heiner Müller-Merbach wurde 1970 mit seinem Buch /Operations Research bekannt (mit Lineare und Nichtlineare Gleichungssysteme, besonders Simplex-Tableaus, Matrizen und Vektoren, Graphentheorie, Heuristische Verfahren, Entscheidungsbaumtheorie, Spieltheorie …).

Ich bin bis heute davon berührt (passt gut zur Wissenschaftstheorie?).

 

Gleich nach der Universität wendete ich als Direktionsassistent im z.T. Europa-größten Papierkonzern (PWA) die Methoden wie die Standortlehre/Standortfindung an. Es ging um eine einigermaßen objektive Methode zur Findung einer riesigen Zellstofffabrik mit größeren deutschen Unternehmen (Feldmühle, PWA, Dachhau-Papierfabrik …).
Mein Resultat ist höchst FRAGLICH. Die Fabrik wurde nicht gebaut …

 

Übrigens: In einem Wettbewerb in Rheinland-Pfalz, indem „wir“ (mit Rudi Müller) Sieger wurden,


 

traf ich auf unseren Wettbewerber Prof. Müller-Merbach. Dabei konnte ich mich bei ihm für seine Arbeit „bedanken“!

 

 

Der Unterricht an der Handelsschule war ab den 90er Jahren zunehmend "handlungsorientiert"

… Ja, auf einmal erinnere ich mich jetzt daran. Bin entsprechend von diesem Begriff „handlungsorientiert“ angetan. Wohl besser als „praxisorientiert“, was das Merkmal der FH/Hochschule ist!

 

in sog. "Lernbüros".

Dieser Begriff gefällt mir!

 

E: In der Berufsschule bildeten wir im Dualen System Speditions- und Logistikkaufleute aus.

Wunderbar.
Ich durfte zeitweise an der ?Mannheimer Berufsakademie mitarbeiten. Schüler/Studenten waren u.a. von ALDI und anderer größerer Handelshäuser … Abschluss Lehre mit FH-Reife, zum Weiterstudieren. Großartige Idee. Allerdings hatte ich im Rechnungswesen für den Handel große Schwächen. Und war auch überfordert. Allerdings war für diese Aufgabe nicht so leicht jemand zu finden
. (Ich war „recht passable“ für das Rechnungswesen bzw. auch Controlling hinsichtlich der Industrie!)

(Ich selbst bin gelernter Versicherungskaufmann – hatte mit der Spedition Hartrodt zu tun, die du kennen dürftest. Bei Prof. Ihde und Dr. Huch studierte ich Logistik.)

 

E: Ich war aber überwiegend Fachlehrer für Mathe in der Berufsfachschule, später neben Wirtschaftslehre auch in EDV.

Beeindruckt mich sehr!!!
Denn mit Wirtschaftslehre
(ich besaß wohl fast alle Berufsschulbücher wie Kruse-Heuen, die dann allesamt in mein Vorlesungs- und Übungsskript hineinflossen), etwas EDV, noch weniger Mathe (ist allerdings Grundlage meiner BWL) hatte ich viel zu tun …

 

E: Von daher war ich nicht der Kontaktmensch zu Unternehmen. Also ganz anders als du!

Es war mein weiteres (freiwilliges) Engagement. Dadurch hatte ich neben der Erfüllung von 18 Stunden Pflichtstunden in der Lehre (ich erfüllte jedoch mehr Wochenstunden; vielleicht 23 h?) an der FH insgesamt eine 7-Tage-Arbeits-Kommunikations-Woche zu LEISTEN.

Hmmmm …
Diese Aktivitäten reichen bis in die heutige Zeit, siehe unseren HARIBO-Schriftwechsel usw
. (wobei ich prinzipiell altruistisch mich engagiere … und mich dennoch „belohnt“ fühle).

 

Viele Grüße

Erhard

Nochmals, bitte,
in der BWL-Lehre bei Maschinenbauern, Elektroingenieuren, Modedesignern, Versorgungstechnikern, Lebensmitteltechnikern, Angewandte Informatikern … fehlte mir der ERFOLG. Was ich bedauere, und schmerzt. Es fehlten mir offenbar entsprechende Lehr-Fähigkeiten. Gewillt und fleißig war ich zwar …. Ich leb(t)e in einer Illusion!)

 

Dankesgrüße: Wolfgang