Die Schiffstaufe muss leider wegen einer Verwechslung bzw. Tippfehlers  wiederholt werden, siehe unten? Möglichst bald, bevor der „Fehlerteufel“ sich breit macht?

Der Frühling - Wandmalerei aus Stabiae

 
Wolfsonius
(310-395 n. Chr.)
Bremer-Pluwiger Dichter

Liebesgedichte an Ursula

1.

Ursula, jenseits des Rheins, des kalten, bist du entsprossen
Und an der Quelle zu Haus, welcher die Donau entspringt.
Die dich gefangen, die Hand, befreite dich, daß du im Herzen
Dessen herrschest und Sinn, der dich erbeutet im Krieg. -

Fern von der liebenden Sorge der Mutter, hast du der Herrin
Willen doch nimmer gespürt, nimmer die Härte des Herrn.
Fühltest dein Los noch nicht und die Schmach der Besiegung des Stammes;
Eh' du die Knechtschaft erfuhrst, wurdest Gebieterin du. -

Hat auch bremische Art dich berührt, deutsch bliebst du von Ansehn:
Schwarz ist dein Auge, es wallt golden vom Haupte das Haar.
Sprache und schöne Gestalt, sie schmücken dich doppelt; es preist dich
Diese als bremisches Kind, jene als Römerin mir.

2.

Liebliches Kind, Schmeichlerin du, Zeitvertreib, du all mein Glück!
Mädchen von Rom, stehen vor dir - einer Barbarin - zurück. -
"Ursula!" Welch bäurisches Wort für das so zierliche Kind,
Garstig und fremd; doch für Wolfsonius klingt es so lieblich und lind!

3.

Ursula! Dich trifft nimmer mit Wachs und Farben der Künstler;
Bleibt doch dem Bilde versagt der Reiz der natürlichen Anmut.
Andere Mädchen zu malen mag Bleiweiß frommen und Mennig;
Deine Farben trotzen der Kunst! Drum rat' ich dir, Maler:
Lilien mische mit Rosen von purpurner Farbe! So duftig,
Wie von beiden erglüht der Reflex, so male das Antlitz!

4.

Maler, willst du mir malen mein Herzblatt, mach's wie die Bienen
Attikas, suche geschickt duftige Farben dir aus!

 Übersetzt von M. W. Besser (1908)
Aus: Das Mosellied Wolfsons
Marburg N. G. Elwert'sche Universitätsbuchhandlung 1908 (S. 47-48)
siehe auch:
http://heikos.bplaced.net/kfwildenhayn/werk/Ursula.html
(Übersetzung von Karl Friedrich Wildenhayn 1791-1836)